Neue Runde SAP vs Oracle
Miet- gegen Lizenzsoftware
Als Weltmarktführer für Unternehmenssoftware scheinen die goldenen Zeiten für SAP vorbei zu sein. Das Unternehmen verkauft kaum noch neue Lizenzen seiner Software. Die Zeiten der Großaufträge sind auch für SAP Vergangenheit.
Unternehmenschef Leo Apotheker legt dem Unternehmen ein striktes Sparprogramm auf. Unter anderem wurden 3700 Stellen gestrichen. SAP setzt auf den Mittelstand und will neue Lizenzmodelle mit Mietsoftware einführen.
Apotheker hält Mietsoftware, die über das Internet angeboten wird, zukünftig für profitabler als der jetzige Mix aus Lizenzsoftware und Wartungsgebühren. Als SAP vor nicht allzu langer Zeit seinen Kunden höhere Wartungsgebühren berechnen wollte, traf das Unternehmen auf erheblichen Widerstand. Da nützte auch die Rechtfertigung über erweiterte Leistungen nichts. Laut Leo Apotheker sind die Servicepauschalen seit zehn Jahren stabil gewesen. Inzwischen sei aber der Kostendruck zu hoch geworden.
Beim Konkurrent Oracle sieht es besser aus: Das Unternehmen steigerte zwischen September und November mitten in der Krise seinen Gewinn. Außerdem sicherte sich Oracle Kompetenzen in der Programmiersprache Java durch den Kauf der Firma Sun.
SAP hingegen setzt auf Kooperationen, wie etwa mit Intel. Datenbanken mit neuartigem Speicher sollen größere Kapazitäten und einen wesentlich schnelleren Zugriff als bisherige Datenbanksysteme ermöglichen. Arbeitsprozesse sollen in den Unternehmen allein dadurch beschleunigt werden können. SAP will damit Datenbanken überflüssig machen, wie sie von Oracle angeboten werden.
Oracle arbeitet an einer neuen Unternehmenssoftware, namens “Fusion Apps”, um damit dem Rivalen SAP Marktanteile abzujagen. Nach fünf Jahren Entwicklung, für die Orcale Millliarden von Dollar ausgegeben hat, will man mit dem Produkt endlich an den Markt gehen. Zunächst werden die Bereiche Buchhaltung, Personalverwaltung, Einkauf, Vertrieb und Marketing verfügbar sein. Weitere Module sollen folgen.
SAP sieht die Zukunft des Marktes anders. Das neue Produkt “Business byDesign” soll im ersten Halbjahr 2010 mit fast zweijähriger Verspätung auf den Markt kommen. Es soll den Mittelstand bedienen, über das Internet angeboten und vermietet werden.
Es bleibt abzuwarten, ob Oracle ein entscheidenden Marktvorteil gewinnt, wenn “Fusion Apps” auf dem Markt erscheint. Es ist nicht nur der Kampf zweier Konkurrenten, sondern auch eine Vorentscheidung für die Frage Lizenz- oder Mietsoftware.








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